Das kleine Camp Nou und seine neue Geschichte

Dass in der Nachspielzeit schon einmal alles kippen, sich alles verändern und der Sieger neu bestimmt werden kann, ist seit 1999 kein Geheimnis mehr: Als Oliver Kahn im Camp Nou in der 91. Minute das 1:1 kassierte und nach dem Tor von Ole Gunnar Solskjaer nur zwei Minuten später erneut den Ball aus dem Netz holen durfte, war klar: Die Champions League Trophäe geht nach Manchester und Kahn musste noch zwei Jahre länger auf den Henkelpott warten.

Wenn man das Camp Nou gegen das Stadion am Wolfsberg eintauscht, Barcelona durch Westehausen ersetzt, die Relevanz des Ergebnisses runterschraubt und sich Daniel Gülzow statt Kahn vorstellt, ist man am Sonnabend wieder angekommen im Jahr 1999. Der SV Darlingerode/ Drübeck muss sich also wie Bayern München gefühlt haben. Bis zur 86. Minute führten die Gäste 2:1, sechs Minuten später stand eine 2:3-Pleite gegen den SV Wusterhausen zu Buche „Da ist der Traum innerhalb von sechs Minuten wie eine Seifenblase zerplatzt“, kommentierte Trainer Mike Knobelsdorf, „leider dauert ein Spiel nun mal 90 Minuten oder länger“. Kritik konnte Knobelsdorf nicht üben, „weil das Team spielerisch und kämpferisch einfach alles gegeben hat. Es ist schade, dass wir dafür nicht belohnt worden.“

Wieder einmal brachte Mateusz Rogacki die Gäste nach 21 Minuten 1:0 in Führung. In der ersten Hälfte entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, der ambitionierte Gastgeber bekam die durchschlagkräftige Offensivreihe aus Darlingerode aber nie wirklich in den Griff. Kurz vor der Pause traf Lars Timpe zum 1:1 (44.). Nach der Pause das gleiche Bild: Darlingerode/ Drübeck kombinierte gefällig und verwertete seine Chancen eiskalt. Mit seinem zweiten Tor brachte Rogacki die Gäste erneut 2:1 in Führung (84.).

Vielleicht war es die Effektivität der Hausherren, vielleicht waren es auch nur zwei entscheidende Nachlässigkeit der Gäste: Innerhalb von sechs Minuten drehte Westehausen die Partie. zunächst glich Daniel Weber zum 2:2 für sein Team aus, ehe Eicke Timpe in der Nachspielzeit den viel umjubelten 3:2-Siegtreffer markierte (90. + 2).

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