Heimsieg, aber dennoch kein Grund zum Feiern 4:1

 

Der zweite Saisonsieg wäre in Reihen des SV Darlingerode unter anderen Umständen ein Grund zum Feiern gewesen. Am Sonnabend aber war Wulferstedt nicht mehr wert als eben jene drei Punkte auf der Habenseite. Kurz vor dem Spiel waren die Spieler noch bei der Beisetzung des Vereinspräsidenten und ihres Freundes Berndt Mävers. „Umso ist dann vielleicht die Vorstellung der Mannschaft im Anschluss zu bewerten. Das werde ich in meinem Leben nie vergessen“ sagte Trainer Maik Knobelsdorf.

Sein Team bestätigte die Underdog- Rolle gegen den vermeintlichen Favoriten aus der Börde einzig in den ersten 20 Minuten . „Da war Wulferstedt schon überlegen und hat gezeigt, dass es ein Spitzenteam ist“ so Knobelsdorf. Im Anschluss kam sein Team jedoch besser ins Spiel, ging im Mittelfeld aggressiver in die Zweikämpfe und hatte mit Lerroy Götz einen überragenden Antreiber in den eigenen Reihen. „ Er hat das Spiel angekurbelt, es immer wieder schnell gemacht und bewiesen, weshalb er mal in der Oberliga gespielt hat.“sagt Knobelsdorf. Wer den Coach kennt, weiß, dass dieser nicht viel von Einzellob hält und so sei die komplette Mannschaftsleistung am Sonnabend der Schlüssel zum Erfolg gewesen. So gingen zwar die Gäste nach einem Fehler in der Defensive der Hausherren 1:0 in Führung, doch die Hausherren hatten die passende Antwort parat. Nur fünf Minuten später traf Niklas Hess per Direktabnahme aus 25 Metern zum 1:1 Ausgleich und bewies damit auch ein Stück weit, dass das Selbstvertrauen zurück ist.

Und die Familie Hess sollte auch in der zweiten Hälfte im Mittelpunkt stehen oder wie Knobelsdorf es ausdrückte:“ Das war ihr Spiel.“ Diesmal war es Robert Hess, der nach 68 Minuten Zuschauer und Teamkollegen ins Staunen versetzte. Aus der eigenen Hälfte heraus schoss Hess einfach mal auf´s Tor- zur Überraschung seiner Gegenspieler von Germania – Keeper Philipp Beisch. Letzter war so überrascht, dass er den Ball unterschätzte und das runde Leder zum 2:1 für Darlingerode im Netz landete. Die Rote Karte gegen die Gäste sollte im Anschluss für die Entscheidung sorgen. So erarbeitete sich der SVDD zahlreiche Chancen, es dauerte bis zur 90. Minute, ehe Alexander Preiß zum3:1 für Darlingerode erhöhte. „ Für ihn, hat es mich besonderst gefreut, weil er so lange verletzt war“.

Und Preiß setzte noch einen drauf, stand nach dem Schuss von Lerroy Götz an den Querbalken goldrichtig und erhöhte zum 4:1 Endstand.

„Wir sind natürlich erleichtert, dass die letzten zwei Spiele so positiv verlaufen sind. Jetzt sieht alles schon wieder etwas freundlicher au“, resümiert Knobelsdorf, „ jetzt müssen wir an diese Leistung anknüpfen“.

Wie eng es im Kampf um den Klassenerhalt in dieser Saison in der Landesklasse werden könnte, lässt die aktuelle Tabellensituation erahnen. So trennen den Tabellenletzten nur sieben Punkte zu Platz neun. Darlingerode ist durch den Sieg gegen Wulferstedt auf Rang zwölf geklettert und hat zudem ein Spiel weniger absolviert als die meisten Konkurrenten im Tabellenkeller. „Klar, wir könnten ein, zwei Plätze besser in der Tabelle dastehen, aber dennoch sind wir im Plan“, so Knobelsdorf.

Und wenn der Sonnabend im Vereinsleben des SVDD eins bewiesen hat, dann, dass Fußball eben doch nur Nebensache ist.

Geschrieben von Thomas Munzke Zugriffe: 5187